„Planet School“


„Planet School“ umfasst eine 1-3tägige Veranstaltung (jeweils 6 UE), in der sich die Teilnehmer mit den jeweiligen Inhalten aktiv auseinandersetzen werden. Dabei sollen die Schüler und Schülerinnen lernen und erfahren, dass
ihre Schule ein (Lebens-)Raum ist, in dem die Würde und die (psychische) Gesundheit jeder einzelnen Person – sowohl analog als auch digital – geachtet werden. bzw. sie in ihrer Persönlichkeit, ihrer Kommunikation, ihrer Selbstwirksamkeit und in ihren Konfliktlösungskompetenzen gestärkt werden, um so über gute Voraussetzungen zur Lebensbewältigung und -entfaltung zu verfügen. Dementsprechend setzen sich die Teilnehmer mit den folgenden Inhalten auseinander:

  • „Wir als Klasse.“
  • Analoge und digitale Umgangsformen (z.B. digitale Selbstdarstellung, Kommunikation in Gruppen-/Klassenchats, Verhaltensregeln im Internet),
  • Umgang mit analoger und digitaler Gewalt (z.B. Hate Speech, Mobbing, Cybermobbing)

Die einzelnen Module sind so aufgebaut, dass die Schüler die Möglichkeit haben, sich aktiv daran zu beteiligen. Jedes Modul besteht aus einem kurzen theoretischen Input, der als Grundlage für die dazu gehörigen Praxisübungen benötigt wird. Die jeweiligen Klassen haben dabei auch die Möglichkeit einen Teil der Module selbst auszuwählen und ihre individuellen Interessen und Ideen einzubringen. Der Auswahlprozess ist gleichzeitig ein Einüben eines konstruktiven Miteinanders und steht stellvertretend für die Haltung bzw. die Art der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern: Anstatt künstliche „Labor-Situationen“ zu schaffen, sollen alltägliche Prozesse genutzt werden, um die benötigten Kompetenzen zu beüben. 

Begleitet werden die Tage durch die Fachlehrerinnen und -lehrer der Schule. Dies stärkt u.a. das angestrebte „Wir-Gefühl“ und erhöht die Bedeutung der Inhalte. Zusätzlich wird so neben einer weiteren Perspektive auch die anschließende Weiterführung der Inhalte im Sinne der Vertiefung und Nachhaltigkeit sichergestellt.

Die Veranstaltung wird durch einen Info-Abend für Lehrer, Eltern und ihre Kinder eröffnet, um alle Beteiligten über die Inhalte der kommenden Tage zu informieren.


Konfrontative Ansätze in der pädagogischen Arbeit –
Von der Kreisliga in die Champions League

Die alltägliche Arbeit mit einer Vielzahl unterschiedlicher Klienten, Angehörigen  und Kollegen erfordert heutzutage mehr als medizinische und behandlungsspezifische Fachkenntnisse. Gefragt sind ein hohes Maß an Flexibilität und Objektivität. Gleichzeitig verlangt man von uns eine gewisse Aufgeschlossenheit und die Fähigkeit verschiedenen Anforderungen und unterschiedlichen Bezugsgruppen, gerecht zu werden. Zusätzlich dringen wir in unserer Arbeit in einen sehr persönlichen, nahen Körperraum ein. Dadurch entstehen ganz unterschiedliche Spannungsfelder und „Problemzonen“, die zu Belastungen und Konflikten führen können. Im Akutfall bleibt dann meist zu wenig Zeit, um passend reagieren zu können.

Der Einsatz konfrontativer Ansätze klingt als Lösungsansatz erst einmal widersprüchlich. Richtig eingesetzt hilft er jedoch, frühzeitig zu intervenieren und schwierige Situationen mit weniger Aufwand  zu vermeiden.

Im Rahmen des Workshops setzen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer daher mit verschiedenen Inhalten auseinander:

  • Erfahren der eigenen „Inneren Haltung“
  • Ursprung, Theorie, Menschenbild in der Konfrontativen Pädagogik
  • Konfrontative Ansätze in der Therapie/Aufbau eines Settings/Spielfeldes
  • Schaffung adäquater Rahmenbedingungen
  • Reflektion des eigenen Verhaltens in kritischen Situationen: Grenzziehung, Angst, Umgang mit Macht und Ohnmacht, Nähe und Distanz u.a.

An den beiden Tagen werden die theoretischen Inhalte von zahlreichen praktischen Übungseinheiten ergänzt. Diese sollen helfen, neue Handlungswerkzeuge zu verinnerlichen und einzusetzen. Dabei können keine universellen Lösungen vermittelt werden. Vielmehr geht es um das Erkennen entsprechender Signale und die Schaffung passender Strukturen. Am Ende steht die Möglichkeit auf ein entspannteres Arbeit und einer höheren Zufriedenheit im therapeutischen Prozess.


Verstehen, aber nicht einverstanden sein

In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gehören impulsive Verhaltensweisen zu den alltäglichen Problemen. Die Auseinandersetzung mit impulsiven Kindern und Jugendlichen hat sich zu einem gesellschaftlichen Dauerthema entwickelt. Eine Überforderung der pädagogischen, pflegerischen und therapeutischen Fachkräfte ist hierbei keine Seltenheit. Unbehandelt bleiben diese Kinder „Beifahrer im eigenen Leben.“ Am Steuer ihres Wagens sitzen Angst, Wut und Aggressionen, die zu problematischen Selbsteinschätzungen führen. Es entstehen irrationale Kognitionen die fremd- und selbstschädigend deren Leben bestimmen. Diese Kinder sind ebenso oft Opfer von Ausgrenzung, Herabsetzung, Dehumanisierung und körperlicher Gewalt durch Gleichaltrige.

Die Schwerpunkte des Seminars sind:

  • Selbstverständnis durch die konfrontative Haltung
  • autoritativer Erziehungsstil – reagiere auf Kleinigkeiten – positives Menschenbild – klare Linie mit Herz
  • Statusorientierung
  • der kommunikative Status – Statusspiele auf der Statuswippe – Status im Konflikt – der innere und der äußere Status
  • Konfrontative und deeskalierende Gesprächsführung
  • Neutralisierungstechniken – die Interventionstreppe im Konflikt – Gangdenken (das Team als pädagogische Gang)
  • Sicherheitsaspekte für Beschäftige im Umgang mit impulsiven Verhaltensweisen
  • Anti-septisch bleiben – Körpersprache – was Innen ist, ist Außen – hell- und heaven Technik 
  • Coolness-Training (CT®) in der Kinder- und Jugendhilfe